Zeitwert des Geldes

Der Zeitwert des Geldes bewertet Geldbeträge in Abhängigkeit ihrer zeitlichen Verfügbarkeit. Generell ist Geld umso weniger wert, je länger es nicht zum Ausgeben bereit steht. So wie mit Zinseszins angelegte Beträge im Laufe der Zeit anwachsen, sind zukünftig verfügbare Beträge in einer Umkehrung der Zinseszinsrechnung abzuwerten, um zum Gegenwartswert zu kommen. Dieser Sachverhalt wird im Abschnitt 2 Zinsen und Gegenwartswert behandelt.

Am Finanzmarkt wird der Zeitwert des Geldes aus Kursen sogenannter risikofreier Anleihen ermittelt. Solche Anleihen bestimmen eine Untergrenze für Marktzinsen, weil keine Zuschläge für Insolvenzrisiken erhoben werden. Zinsen sind auch vom Anlagezeitraum abhängig. Der Zeitwert des Geldes spiegelt sich deshalb in Zinsertragskurven wider, die Zinsen als Funktion des Anlagezeitraums darstellen und Thema von Abschnitt 3 sind.

Zinsertragskurven sind ein Kriterium für die Wirtschaftlichkeit von Investitionen. Für Privatleute spielen jedoch auch individuelle Gesichtspunkte wie die Vermögensentwicklung eine Rolle. Eine Abhandlung zum persönlichen Nutzwert des Geldes mit Beispielen zur Renditerechnung ist in Abschnitt 4 zu finden.